Mathematik auf 4 Pfoten: Würfel, Teil 1

Der Würfel kann im Unterrichtsalltag für alle möglichen und unmöglichen Ideen eingesetzt werden. Dabei gibt es eine riesige Anzahl an unterschiedlichsten Würfeln: die normalen sechskantigen Spielwürfel, Stellenwertwürfel, Würfel mit Brüchen oder Ziffern, Würfel die man selbständig bestücken kann, Würfel mit zehn, zwölf, zwanzig oder dreissig Seiten und für die ganz Kreativen unter uns sogar Würfel ohne Kanten!
Würfel gibt es auch zur Sprach- und Sprechförderung, beispielsweise mit Satzanfängen, Aussagen oder Symbolen - natürlich auch in unterschiedlichen Sprachen.
Erst letztens habe ich auch Würfel mit Rhythmus-Zeichen oder Bewegungsaufforderungen gesehen.

Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.


An dieser Stelle muss ich vielleicht zugeben, dass ich schon irgendwie ein Würfelfan bin. Wann auch immer ich mich an eine Tagung begebe, eine Internetseite mit Schulmaterialien oder Verlagsstände besuche, halte ich Ausschau nach neuen Würfeln. Dabei ist meine Sammlung mittlerweile schon recht gross. Ich finde es auch immer ganz toll, von demselben Würfel mehrere in unterschiedlichen Farben und Materialien zu besitzen. Denn - sind wir mal ehrlich - es spielt schon eine Rolle, ob sich der Würfel gut anfühlt und er in unserer Lieblingsfarbe ist oder nicht - besonders an Tagen, an welchen wir nicht besonders gut gelaunt sind oder wo uns der Lerninhalt etwas überfordert.
So geht es auch vielen Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise eine Dyskalkulie haben oder auch einfach nur das aktuelle Thema noch nicht ganz durchschaut haben. Da greife ich sehr gerne zu Würfeln, da diese einen spielerischen, niederschwelligen Lernansatz bieten, auf den die allermeisten sehr gerne einsteigen.


Deshalb habe ich natürlich auch gleich einen grossen Schaumstoffwürfel für Takeshi gekauft.
Da meine Zweitklässler gerade beim Thema "Kleines Einmaleins" sind, haben wir uns dazu entschieden, die Würfel bei einem gemeinsamen, kleinen Lernspaziergang zu benutzen. Solche Ausflüge, seien sie auch noch so klein, welche es den Kindern erlauben, Mathematik in Bewegung, Draussen, anders als sonst zu erleben, wahrzunehmen und anzugehen, sind nicht nur Balsam für die Seele, sondern für viele Kinder auch echte Augenöffner. Denn wenn man sich in ein Umfeld begibt, in welchem man sich wohl fühlt und Spass hat, wo man sich vogelfrei und leicht fühlt, kann man auch viel besser neue Inhalte wortwörtlich "be-GREIFEN".
So haben wir alle paar Meter gestoppt, ein Kind hat den einen Würfel gewürfelt, der andere wurde von Takeshi ins Rollen gebracht. Die oben aufliegenden Augenzahlen wurden multipliziert. Wer die Lösung wusste, durfte sich im Kreis drehen und dann auf ein abgemachtes Zeichen die Lösung in den Kreis posaunen.
Es haben alle - inklusive Hund - aktiv und freudig mitgemacht. Und ich denke, das eine oder andere Kind, welches Multiplikation vorher ziemlich dumm oder langweilig gefunden hat, haben wir nun ein wenig umstimmen können. =)

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