Schritt für Schritt -Tritt um Tritt

Beitrag von Cindy Bonin

Ob Kind, Hund oder Erwachsener – wir alle lernen unser Leben lang. Dann lernen wir doch am besten alle zusammen. Macht sowieso mehr Spass!

Bei uns im Kindergarten bin ich als Lehrperson auch die Lernbegleiterin. Denn vor allem am Anfang brauchen wir jemanden, der uns beim Lernen begleitet und unterstützt. Genauso geht es auch dem Hund. Für Hidalgo bin ich nicht nur seine Halterin, sondern auch seine «Lehrerin». Die Kinder haben mir dazu Fragen gestellt wie: Versteht Hidalgo was du sagst? Wie kann er dir sagen, was er möchte? Kann er uns verstehen?

Ich habe das Thema im Kreis aufgenommen und habe den Kindern anhand von einigen Beispielen mit Hidalgo erklärt, wie das Lernen beim Hund geschieht – eben Schritt für Schritt und eins nach dem anderen.

Ich lerne mit ihm verschiedene Kommandos, so dass wir uns Tag für Tag besser verstehen. Dabei lernt er mit einfachen Worten wie «Sitz», «Platz», «Bleib», was ich von ihm erwarte und umgekehrt lerne ich meinen Hund besser kennen. Dies geschieht, indem ich ihn während dem Training genau beobachte und mich intensiv mit ihm beschäftige. Dies stärkt auch unsere Bindung und wir wachsen als Mensch-Hund-Team mehr zusammen.

Als Lehrperson im Kindergarten arbeite ich auch Schritt für Schritt. Ich baue auf dem auf, was wir bereits gelernt haben, festige es und gehe dann einen Schritt weiter. Einige Kinder sind schneller als andere und einzelne müssen allenfalls einen Schritt mehrere Male machen, um ihn zu festigen.  

Ein Hund muss ein Kommando auch mehrere Male wiederholen, bis es gefestigt ist. Das braucht viel Geduld, Motivation und Zeit. Bei jedem erfolgreichen Versuch gibt es dann aber unbedingt ganz viel Lob! Das ist sehr wichtig für den Hund, damit er das Kommando mit etwas Positivem (z.B. dem Leckerli) in Verbindung bringen kann.  

So ist das auch bei uns im Kindergarten. Wir brauchen manchmal Geduld, bis alle Kinder fertig sind. Wir motivieren uns für eine Aufgabe und dann dürfen auch wir uns gegenseitig loben. Sich selber auch mal auf die Schulter zu klopfen, gehört ebenfalls dazu.  Ich finde es sehr wichtig, die Kinder immer wieder zu loben, sei es für ein tolles Ergebnis oder auch einfach dafür, dass sie es versucht und nicht aufgegeben haben. Denn das Lernen ist eben ein langer Weg und bringt immer wieder Hindernisse mit, die es gemeinsam zu überwinden gilt.  

So lernen wir alle gemeinsam auf ganz ähnliche Art und Weise - die Kinder, die Lehrperson und der Hund. Schritt für Schritt und Tritt um Tritt.

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